ZWEI DRAGONS URGESTEINE SAGEN SERVUS

HCK Karriereende Pavel und Brui

Heute melden wir uns mit weiteren Updates aus der sportlichen Abteilung der Dragons. Viele Insider haben es schon kommen gesehen, nun ist es offiziell: Mit Nicolas Schwarzmayr und Raphael Bruimann beenden zwei Kufsteiner Urgesteine ihre Karriere im Trikot der Kampfmannschaft der Dragons.

Nach 25 Jahren aktives Eishockey geht es für beide jetzt in den Ruhestand

Sowohl Nicolas als auch Raphael schnürten während der vergangenen 25 Jahre regelmäßig ihre Eislaufschuhe, nun geht es für beide in den Ruhestand. Für beide war der Faktor Zeit einer der Hauptgründe, ihre aktive Karriere zu beenden. Der beruflichen Weiterentwicklung und dem Erkunden und Ausüben anderer Sportarten wie Skifahren, Tennis und Golf soll zukünftig mehr Zeit geschenkt werden. Nicolas ist seit einigen Jahren selbstständiger Physiotherapeut und Osteopath und Raphael ist Prokurist einer großen Immobilienfirma und Wörgl.

Gemeinsam zu zwei Meistertiteln

Als größten sportlichen Erfolg in der Zeit bei den Dragons gaben beiden den Gewinn der Meisterschaft 2012 und 2017 an. 2012 war sicher eine ganz spezielle Situation. Als krasser Aussenseiter ging man in die Playoffs und schaffte dort durch Siege gegen Wattens, Zirl und Kundl das undenkbare und holte als Grunddurchgangsletzter erstmals den Meistertitel der Eliteliga in die Festungsstadt. Man elektrisierte eine ganze Stadt. Über Wochen gab es kein anderes Thema mehr als Eishockey. Das Stadion platzte regelmäßig aus allen Nähten und Nicolas und Raphael waren zwei absolute Säulen in dieser Meistermannschaft. Auch beim Feiern waren sie immer ganz mit vorne dabei. Sie ließen keine Gelegenheit aus, um furiose Siege aber auch bittere Niederlagen in den Kufsteiner Lokalen zu zelebrieren.

2017 folgte der zweite Meistertitel. Dieser war nicht ganz so überraschend wie jener im Jahr 2012, da man schon vor der Saison zum Kreis der Favoriten zählte. Trotzdem hat auch dieser für beiden einen ganz besonderen Stellenwert, konnten man doch neuerlich den Erzrivalen aus Kundl in einer packenden Finalserie bezwingen.

Beiden bleiben den Dragons hoffentlich auch zukünftig erhalten

Bei den Dragons hat es Tradition, dass ehemalige Spieler dem Verein weiterhin in diversen Funktionen erhalten bleiben. Das Selbe gilt hoffentlich auch für Nicolas und Raphael. Hierzu sollen zeitnah Gespräche stattfinden.

Abschliessend standen beiden noch Rede und Antwort und gaben interessante Einblicke in ihren Werdegang

Interview mit Nicolas Schwarzmayr

Nach 25 Jahren Eishockey hast du dich am Ende der letzten Saison dazu entschieden, deine Karriere als aktiver Eishockeyspieler zu beenden. Für den Aussenstehenden mag diese Entscheidung überraschend kommen, der Insider weiss, dass diese Entscheidung wohl überlegt und lange gereift ist. Was sind die Gründe, warum du zum jetzigen Zeitpunkt deine Schlittschuhe an den Nagel hängen willst?

25 Jahre ist eine lange Zeit. Wer mich kennt weiß das ich soweit möglich immer zu jeder Zeit für das Team und Verein da war. Eishockey war immer an oberster Stelle und ich kannte nur 100% für diesen Sport. Darunter haben eventuell andere Dinge gelitten bzw. habe ich nie Zeit dafür gefunden, zwischen 14 Jahren und jetzt, andere Dinge und Sportarten auszuprobieren. In den letzten 2-3 Jahren sind mir wie bekannt auch gute Freunde aus der Mannschaft abhanden gekommen, was jetzt am Ende sicherlich auch ein Grund war das meine Motivation nicht mehr bei 100% sondern nur mehr um die 90-95% lag. So wäre es meinen Teamkollegen gegenüber nicht fair einen Platz in der Kabine einzunehmen und anderen Spielern Eiszeit vorzuenthalten. Natürlich entwickelt sich meine Tätigkeit als Physiotherapeut und Osteopath stetig weiter und beansprucht mehr Zeit als vor einigen Jahren, wie auch Entwicklungen im erweiterten familiären Umfeld.

Klar wird es zu Beginn seltsam sein nicht mehr aktiv auf dem Eis beim Gegner für Turbulenzen zu sorgen, jedoch fällt mir der Schritt auch etwas leichter nachdem ich mitbekommen habe das einige unserer „Ziehsöhne“ die Rückkehr nach Kufstein angetreten haben.

Wenn wir jetzt 25 Jahre zurückblicken, kannst du dich noch an deine Anfänge bei den Dragons erinnern? Wie bist du damals zum Eishockey gekommen?

Wirklich erinnern wäre übertrieben, aber ich kann mich leise entsinnen das mich meine Eltern in einem Müllkorb hinter der Bande gesteckt haben und ich somit „gezwungen“ war dem Treiben auf dem Eis zuzusehen. Dadurch das alle meiner 3 Geschwister aktiv auf dem Eis waren, verbrachten wir viel Zeit am alten Eislaufplatz, mein Vater war damals aktiv im Verein als Vorstand tätig und somit war der Weg ein wenig vorbereitet. Bei meinem ersten Turnier in Kitzbühel am Lehmberg wollte ich ums verrecken nicht spielen und schrie wie am Spieß das meine Eltern schon etwas blöd angemacht wurden warum sie ihr Kind den so „nötigen“. Nach dem ersten Wechsel war alles vergessen und der Rest ist Geschichte.

Im Jahr 2009 hast du den Sprung nach Kanada gewagt, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Als du zurück nach Österreich gekommen bist, hast du noch ein Jahr in Innsbruck angehängt. Auch heute versuchen junge Kufsteiner Spieler immer wieder ihr Glück bei grösseren Vereinen um ihre Ausbildung voran zu treiben. Was kannst du aus deiner Erfahrung diesen Spielern mit auf den Weg geben?

Aus meiner Erfahrung heraus (mit Jugend Nationalteams usw) würde ich ambitionierten Spieler empfehlen einen solchen Schritt früher zu tätigen als es ich mit 18 getan habe. Ich muss auch gestehen das ich mit diesem Alter vermutlich nicht so weit gewesen wäre, somit kann man das sicher nicht pauschalisieren. Jedoch ist in meinen Augen mit 18 oder 19 Jahren definitiv der Trennstrich wenn es darum geht ob die professionellere Eishockeykarriere wirklich weiter geht oder nicht. Spätestens dann darf die schulische/berfliche Bildung nicht mehr hinten an stehen. Nichtdestotrotz werde ich nie müde zu betonen, dass dieser Auslandsaufenthalt in Kanada definitiv die beste Zeit war und in der ich sehr viel für den Sport als auch für mich selbst gelernt habe. Bis Heute habe ich Freunde in Übersee und pflege einen regen Kontakt zu diesen, und ja ich habe sehr viele coole Dinge erlebt und gesehen. Wenn man die Möglichkeit hat ins Ausland zu gehen dann tut es, man wird vielleicht am Ende des Tages nicht Profi aber man lernt vieles fürs Leben und man hat sein Leben lang eine gute Geschichte zu erzählen.

Du hast mit den Dragons viele schöne Momente erlebt. Nimm uns einmal etwas mit, was sind die schönsten Erinnerungen, die du an deine aktive Zeit beim Eishockey in Kufstein hast?

Definitiv das Kabinenleben! Ich hatte das Privileg in einem Jahrgang zu sein in dem so viele Spieler bis heute immer noch zusammenspielen. Im Grunde waren wir zu Spitzenzeiten 20-25 Freunde die zufällig alle den gleichen Sport spielten. Das ist schon sehr speziell und hat unsere Mannschaft die letzten 10 Jahre sicher ausgezeichnet.

Tolle Erlebnisse gab es zu Hauf, ob Mannschaftsausflüge, Teampartys etc. Natürlich herausstechen tut unser erster Meistertitel in der Saison 2011/12. Man könnte das schon als Sportmärchen beschreiben. Für mich war dieser Lauf den wir damals im Playoff hatten wirklich ein Musterbeispiel warum ein Mannschaftssport so geil sein kann. Die Atmosphären bei den Heimspielen, die Stimmung und der Flow innerhalb der Mannschaft, die Euphorie in der Stadt und unter den Leuten, in dieser Form habe ich das nicht mehr erlebt.

Der Eishockeysport hat in den vergangenen Jahren ja einen großen Teil deines Lebens eingenommen. Was wirst du zukünftig mit der ganzen Zeit anstellen, die du nun hast?

Wie für einen Eishockeyspieler üblich erreichte auch mich der Virus des Golfsports. Da bin ich schon ein paar Jahre mal mehr oder weniger aktiv. Aber ich probiere immer wieder gerne verschiedenste Dinge aus, sei es Motorrad fahren, Tennis, Skifahren oder Mountainbiken. Langweilig wird mir sicherlich so schnell nicht. Und ja es wird auch reizvoll werden mal im Herbst/Winter auf Urlaub zu fahren.

Deine Zeit als aktiver Spieler ist jetzt zu Ende gegangen, wird man dich zukünftig vielleicht in einer anderen Funktion im Verein wieder finden (Sprichwort: Trainer oder Funktionär)?

Also ich bleibe der Eishalle sicherlich erhalten, so viel steht fest. In welcher Funktion das in Zukunft sein wird, steht noch in den Sternen. Ich will mich für heuer mal zu nichts fix verpflichten, aber natürlich habe ich dem Vorstand, oder anders gesagt meinen Buddys, schon bescheid gegeben das ich gerne bei organisatorischen Sachen oder ähnlichem gerne aushelfe, wenn Bedarf besteht.  

Abschliessend wollen wir dir noch die Möglichkeit geben, ein paar Worte an die Fans der Dragons zu richten:

Ich will mich für die Unterstützung die es immer für die Mannschaft gegeben hat bedanken, egal wie es lief, und es gab wirklich auch „schlechte“ Jahre.

Danke für die tolle Stimmung, speziell in den Playoffs und die Aufmunterungen nach harten Niederlagen. Ich hoffe Ihr bleibt dem Verein treu und strömt auch in der neuen Saison in die Eishalle und feuert unsere Mannschaft an!

Interview mit Raphael Bruimann

Nach 25 Jahren  Eishockey hast du dich am Ende der letzten Saison dazu entschieden, deine Karriere als aktiver Eishockeyspieler zu beenden. Für den Außenstehenden mag diese Entscheidung überraschend kommen, der Insider weiß, dass diese Entscheidung wohl überlegt und lange gereift ist. Was sind die Gründe, warum du zum jetzigen Zeitpunkt deine Schlittschuhe an den Nagel hängen willst?

Es spielen mehrere Faktoren eine Rolle warum ich mich dazu entschlossen habe den Eishockeysport von nun an als Zuschauer zu genießen. Eine tragende Rolle hierbei spielt sicherlich mein Beruf, dem ich zukünftig meine volle Aufmerksamkeit schenken will. Aufgrund dessen, dass ich meine volle Aufmerksamkeit auf meine berufliche Karriere richte, kann ich nicht mehr gewährleisten, dass ich meiner Rolle als Teamspieler (z.B Trainigsbeteiligung etc.) gerecht werden kann. Die Lösung ist daher, dass ich mich zurückziehe und die jungen Eigenbauspieler die Chance erhalten die gleichen schönen Momente zu sammeln wie ich es tat.

Wenn wir jetzt 25 Jahre zurückblicken, kannst du dich noch an deine Anfänge bei den Dragons erinnern? Wie bist du damals zum Eishockey gekommen?

Ganz klar durch meinen Vater. Meine Anfänge bei den Dragons und die Erinnerung als auch er damals in der Kampfmannschaft spielte und ich ihn als Fan anfeuerte prägten meine Kindheit und Jugend. Mein schönster Moment – neben den zwei Meistertiteln in der Ersten – war das Finale gegen Kundl in der Landesliga als ich gegen meinen Vater antreten durfte. Ich möchte ausdrücklich klarstellen, dass das auch das einzige Finale ist das wir jemals gegen Kundl verloren haben hahahaha.

Im Jahr 2005 hast du den Sprung nach Rosenheim gewagt, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Ein Schritt, den auch heute noch immer wieder Spieler wagen. Denkst du, es hilft in der Entwicklung, wenn man in jungen Jahren auch einmal etwas anderes sieht?

Zu damaligen Zeiten war dieser Schritt die einzige Möglichkeit um junge Talente zu fordern. Andere Teams und Organisationen kennen zu lernen ist nie verkehrt und ich kann mich ganz klar dafür aussprechen. Allerdings hat sich bei den Dragons in den letzten zwei Jahren einiges getan. Mit dem Schritt nach Bayern öffnen sich viele Türen für Nachwuchstalente. Ich sehe den HCK zukünftig als Ausbildungsverein und bin mir sicher, dass dadurch auch die Zukunft der Kampfmannschaft gesichert ist.

Du hast mit den Dragons viele schöne Momente erlebt. Nimm uns einmal etwas mit, was sind die schönsten Erinnerungen, die du an deine aktive Zeit beim Eishockey in Kufstein hast?

Die zwei Meistertitel. Die Playoffschlachten. Die ausverkauften Ränge und ein glückliches Publikum. Es gibt unzählige schöne Momente. Das schönste Gefühl allerdings war das kämpfen, Seite an Seite und in der gleichen Linie mit meinem kleinen Bruder Marcel das mich mit Stolz erfüllt. Ich glaube auch, dass mein Karriereende ihn trauriger macht als mich selbst.

Der Eishockeysport hat in den vergangenen Jahren ja einen grossen Teil deines Lebens eingenommen. Was wirst du zukünftig mit der ganzen Zeit anstellen, die du nun hast?

Meine Freizeit werde ich zum Größten Teil meiner Freundin Selina widmen. Die hat mich während den letzten 6 Jahren im Winter nur selten zu Gesicht bekommen. Außerdem werde ich vom Wintersport auf Sommersport umstellen. Mein neues Hobby ist Golf, das ich mit den ehemaligen Teamkollegen und den OLD-Dragons teilen kann.

Deine Zeit als aktiver Spieler ist jetzt zu Ende gegangen, wird man dich zukünftig vielleicht in einer anderen Funktion im Verein wieder finden (Sprichwort: Trainer oder Funktionär)?

Hierbei gab es noch keine Gespräche. Allerdings wenn Not am Mann ist und sich die Zeit meinerseits finden lässt werde ich gerne aushelfen.

Abschließend wollen wir dir noch die Möglichkeit geben, ein paar Worte an die Fans der Dragons zu richten:

Ole Ole Ole Ole Olee von der Kiefer bis zur Festung immer wieder HCK. Weiter So Fans!

Der HC Kufstein bedankt sich sowohl bei Nicolas Schwarzmayr als auch bei Raphael Bruimann für die vielen tollen Momenten, den unermüdlichen Einsatz und schöne gemeinsame Zeit. Viel Erfolg im beruflichen Werdegang und eine tolle Zeit mit den neuen angesprochenen Hobbies wie Golf, Mountainbike oder Tennis. Wir werden auch auf dem Eis vermissen, freuen uns aber schon, euch zukünftig in neuen Funktionen bei den Dragons begrüßen zu dürfen.

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