Florian Eder über die aktuelle Situation in Kitzbühel

EC Die Adler Kitzbühel

Florian ist im Jahr 2018 als B-Lizenzspieler von Kufstein zu den Adlern nach Kitzbühel gewechselt. Seitdem ist er nicht mehr aus dem Kader der Gamsstädter wegzudenken. Wie es ihm aktuell geht, was er über die aktuelle Saison denkt und wie er mit seiner neuen Aufgabe ihm Team zurecht kommt, erfahrt ihr im folgenden Interview.

Die Pandemie hat Österreich und den Rest der Welt ja nach wie vor fest im Griff. Deshalb meine erste Frage an dich, wie geht es dir? Bist du gesund?

Florian: Vielen Dank, bei mir ist alles Besten

Mit dem EC Kitzbühel spielst du ja in der Alps Hockey League, der zweithöchsten Spielklasse Österreichs. Damit fallt ihr in die Spitzensportregelung, was euch aktuell einen Spielbetrieb ermöglicht. Wie können wir uns den momentanen Spiel- und Trainingsbetrieb in Alps Hockey League vorstellen? Trainiert ihr als ganze Mannschaft, oder nur in Kleingruppen? Wie oft müsst ihr euch testen lassen? Gibt es bei den Spielen irgendwelche Besonderheiten?

Florian: Wie bereits gesagt, ist es ja unser Glück in diese Spitzensportregelung hineinzufallen und deshalb weiter trainieren und spielen zu können. Am Trainingsbetrieb hat sich grundsätzlich gar nichts geändert. Wir starten lediglich eine Stunde früher, da das Training der Kinder vorher ins Wasser fällt. Das ist natürlich sehr schade für unseren Nachwuchs. Grundsätzlich war die heurige Saison ein ziemliches Auf und Ab. Gestartet wurde mit einer regionalen Return-to-Play Runde bestehend aus vier Mannschaften, um die Liga in regionale Gruppen einzuteilen. Dadurch wurde versucht Infektionen in dieser regionalen Gruppe niedrig zu halten. Danach wurde in einen regulären Spielbetrieb übergegangen. Da kam es dann schon hin und wieder dazu, dass ganze Mannschaften in Quarantäne geschickt wurden. Auch wir wurden einmal unter Quarantäne gestellt. Das ganze Hin und Her war schon nicht einfach, aber zurzeit läuft alles relativ gut. Nun werden wir auch jede Woche getestet, bevor wir zum Beispiel nach Italien fahren. Dass jedoch keine Zuschauer in der Halle zugelassen sind, ist sehr schade, denn die Energie der Zuschauer fehlt dann natürlich. Ich hoffe wir können bald wieder zur Normalität zurückkehren.

Du spielst mittlerweile die dritte Saison bei den Adlern. Im Jahr 2018 bist du als gelernter Vollblutstürmer in die Gamsstadt gewechselt. Im Laufe der heurigen Saison hat dich Coach Franzen zum Verteidiger umfunktioniert. Wie kommst du mit deiner neuen Position zurecht? Warst du am Anfang überrascht über die Idee, dich in der Abwehr aufzustellen? Ist das eine Position, auf der du dir auch in Zukunft vorstellen kannst zu spielen?

Florian: Am Anfang war ich sehr überrascht und konnte mir das schwer vorstellen. Als Stürmer hat man ja einen ganz anderen Blick auf das Spiel. Da trainiert man seit jeher auf der Stürmerposition und plötzlich soll man das alles vergessen und einen komplett anderen Job übernehmen. Ich denke aber, dass ich im Laufe der Saison ganz gut in die neue Aufgabe hineingewachsen bin. Am schwierigsten war aber sicherlich die Denkweise eines Stürmers zu unterdrücken. In der Zukunft kann ich mir ganz gut vorstellen, auf dieser Position weiterzuspielen.

Ihr habt ja eine sehr gute Return-2-Play Runde gespielt. Von sechs Spielen konntet ihr vier gewinnen. Seit dem Beginn des regulären Grunddurchgangs ist etwas der Hund drin. Kannst du uns sagen, woran das liegen könnte.

Florian: Ganz zu Beginn war die Mannschaft sehr motiviert und wir konnten vieles aus dem Training gut umsetzen. Viele Spieler sind ja auch bereits das zweite oder dritte Jahr dabei und wir kennen uns daher sehr gut. Darin besteht eventuell ein kleiner Vorteil gegenüber anderen Mannschaften. Wir mussten aber leider zwangsläufig pausieren, da wir in Quarantäne mussten. Seitdem ist es dann nicht mehr so gut für uns gelaufen. Auch dass zu Beginn noch Zuschauer in die Halle durften, hat uns als Mannschaft sehr geholfen. Ich möchte jedoch nicht pauschal das als Grund heranziehen, da ja jedes Team dieses Jahr mit denselben Problemen zu kämpfen hat.

Wie schätzt du eure Chancen ein, den Sprung auf den Playoff-Zug noch zu schaffen?

Florian: Es wird sicherlich nicht leicht werden. Wenn es darauf ankommt, konnten wir jedoch schon öfter unsere Willenskraft beweisen. Die kommenden Gegner sind definitiv schlagbar. Wir dürfen jedoch niemanden unterschätzen. Wenn wir konsequent weiterarbeiten, dann werden wir es bestimmt schaffen.

Zu deiner Zeit in Kufstein hast du ja auch als Nachwuchstrainer mitgearbeitet. Wie siehst du die aktuelle Situation, dass Kinder und Jugendliche nur sehr beschränkt an einem Trainingsbetrieb teilnehmen können? Im Grunde ist außer Eislaufen momentan ja nichts möglich.

Florian: Das finde ich sehr schade und ich hätte mir eine bessere Lösung gewünscht. Den Kindern wurde dadurch eine komplette Saison genommen. Ich bin leider kein Experte und kann daher nur begrenzt eine Einschätzung treffen. Meiner Meinung nach waren aber die Vereine sehr bemüht, einen sicheren Trainingsbetrieb zu gewährleisten. Man hätte dort besser abwägen müssen, da ja der Sport für Kinder besonders in ihrer Entwicklung eine wichtige Rolle spielt. Nichtsdestotrotz sehe ich nicht den gewünschten Nutzen darin, den Sport zu unterbinden.

Wie geht’s dir mit deinem Studium? Wir haben uns sagen lassen, dass langsam aber sicher ein Ende in Sicht ist. Stimmt das?

Florian: Ja das stimmt, ich konnte die Zeit im Lockdown sehr gut nutzen. Ich habe meine Bachelorarbeit vor kurzem fertig geschrieben und abgeschickt.

Gibt es sonst noch etwas, das du uns gerne erzählen möchtest? Bzw. hast du ein paar Grußworte an die Fans der Dragons?

Florian: Ich wünsche euch, dass ihr in der nächsten Saison in Kufstein endlich wieder durchstarten könnt. Außerdem macht mit der guten Arbeit im Nachwuchs weiter und bringt so viele Kinder wie möglich zum Eishockey! Auch den Fans der Dragons – haltet durch, es geht bald wieder weiter!

Vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen dir viel Erfolg für die nächsten Wochen. Wir werden es weiterhin sehr genau verfolgen. Alles Gute.

© Bild: Johannes Franke

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